Schwächen nennen im Vorstellungsgespräcj

5 Tipps: so brillieren Sie auch mit Schwächen im Vorstellungsgespräch

Wenn Sie sich mit Fragen im Vorstellungsgespräch auseinandersetzen, stoßen Sie häufig auf den Umgang mit Ihren eigenen Schwächen. Etwas abgegriffen klingt die Frage „was ist Ihre größte Schwäche“. Sie könnten allerdings auch indirekt nach Ihren Schwächen gefragt werden wie „Welche drei Eigenschaften würde Ihr Chef an Ihnen kritisieren?“ oder „Welcher Charakterzug stört Sie meisten?“. Mit derartigen Fragen will der Personaler herausfinden, ob Sie ins Team passen oder wie Sie mit Schwierigkeiten umgehen. Und, ob Sie ehrlich sind. Der Interviewer will ergründen, ob Sie sich selbst reflektieren können. Denn nur dadurch können Sie auch einschätzen, wie sich Fehler auf Ihr Arbeitsergebnis auswirken. Sie sollten ehrlich zu sich selbst zu sein und aus Fehlern lernen können. Im Folgenden empfehlen wir Ihnen fünf Möglichkeiten Ihre eigenen Schwächen im Vorstellungsgespräch zu kommunizieren.

1. Vermeiden Sie es, unglaubwürdige Schwächen zu schildern

Der Personaler merkt es, wenn Sie eine Schwäche äußern, die Sie aus einem Ratgeber entnommen haben und nicht zu Ihnen passt. Spätestens bei einem genaueren Nachhaken, wie die Schwäche gemeint sei, kann es kritisch werden. Vor allen Dingen sind hierbei Schwächen gemeint, die auch anders verstanden werden könnten. Prominente Beispiele sind in diesem Fall „ich bin zu perfektionistisch“ oder „ich bin zu ungeduldig“. Der Perfektionist hat womöglich Schwierigkeiten mit seinen Fehlern konstruktiv umzugehen – schlecht!. Der Ungeduldige, der Macher-Typ, tritt eventuell zu impulsiv und unüberlegt an neue Projekte heran – auch schlecht!. Daher vermeiden Sie, Schwächen aus Ratgebern ungeprüft zu übernehmen oder Schwächen nur vorzugeben. Besser ist es, Sie reflektieren und werden sich über Ihre tatsächlichen Eigenschaften bewusst. Wichtig ist dass Sie erkennen lassen, dass Sie selbstkritisch sein können und bereit sind, Ihr Verhalten zu optimieren. Wenn Sie beispielsweise auf berechtigte Kritik im Job häufig persönlich verletzt reagieren, könnte ein Kommunikationstraining helfen und dazu führen, dass Sie künftig sachlicher zu reagieren lernen.

2. Reagieren Sie mit einer Gegenfrage

Sie können souverän und selbstbewusst wirken, wenn Sie das Gespräch aktiv mit einer Gegenfrage steuern: „Dieses (Kommunikations-) Problem habe ich bei mir und bei Kollegen schon häufiger beobachtet, gibt es in Ihrem Unternehmen dazu vielleicht irgendwelche Weiterbildungsangebote. Haben Sie bezüglich des Verhaltens konkrete Erwartungen?“ Das zeugt zum einen davon, dass Sie selbstsicher genug sind, um zu Ihrer Schwäche zu stehen und nach Möglichkeiten suchen, an dieser zu arbeiten. Andererseits zeigen Sie, dass Sie herausfinden wollen, inwiefern Sie mit Ihrer Persönlichkeit und Ihren Fähigkeiten zu den Anforderungen des Unternehmens und der Stelle passen. Außerdem haben auch Führungskräfte im Unternehmen mit solchen Schwächen zu kämpfen. Wenn also der Zeitpunkt gekommen ist, an dem Sie eigene Fragen stellen sollten, fragen Sie: „Sie haben mich vorhin nach meinen Schwächen gefragt. „Können Sie mir etwas über die Führungskultur in Ihrem Unternehmen sagen“ Mit welchen Schwächen setzt sich Ihr Unternehmen gerade auseinander?

3. Versuchen Sie Ihre Schwächen im Lebenslauf nachvollziehbar zu begründen

Kein Lebenslauf ist perfekt. Ein roter Faden im Lebenslauf ist nicht immer planbar, da Wege auch anders verlaufen können, als wir sie uns vorstellen. Das können Praktika in stark unterschiedlichen Brachen und Tätigkeitsfeldern sein, die während des Studiums absolviert wurden. Es kann eine berufliche Neuorientierung mit Mitte 30 sein. Beides ist kein Beinbruch. In einem Vorstellungsgespräch ist es vor allem wichtig, zu begründen, weshalb die getroffene Entscheidung zum jeweiligen Zeitpunkt für Sie sinnvoll war. Auch Fehleinschätzungen oder falsche Entscheidungen sind entschuldbar – wenn Sie daraus gelernt haben! Verstricken Sie sich daher nicht in Rechtfertigungen oder Schuldzuweisungen. Wichtig ist es, zu zeigen, dass Sie Ihren Weg und Ihre beruflichen Ziele erst finden mussten, bevor Sie sich nun sicher sind, auf dem richtigen Weg zu sein. Erläutern Sie Ihre Motivation und wie Sie zu dem Entschluss gelangt sind, sich für „DIESEN“ Job zu bewerben.

4. Nennen Sie wenig bedeutsame Schwächen

Schwächen glaubwürdig zu vermitteln, ohne sich dabei selbst ins Aus zu schießen, kann eine kniffelige Gratwanderung sein. Um den Boden nicht komplett unter den Füßen zu verlieren, nennen Sie eher weniger relevante Schwächen. Der Personaler könnte z.B. fragen: „Können Sie ein Beispiel für ein Projekt nennen, an dem Sie in Ihrer Vergangenheit gescheitert sind?“. Nehmen wir an, sie hätten im Vertrieb gearbeitet. Erwähnen Sie dann kein Projekt von einem Stammkunden, der Ihrer Perfomance bemängelt hat und jetzt Aufträge an einen Wettbewerber vergibt. Das könnte falsche Rückschlüsse auf Ihr Verhalten bewirken, es könnten ja auch Schwächen Ihrer ehemaligen Firma gewesen sein. Besser ist es, Sie berichten von einem gescheiterten Akquisitionsversuch eines Neukunden und beschreiben, was Sie daraus gelernt haben, z.B. dass Sie sich zukünftig mehr Zeit für die Analyse und die Vorbereitung nehmen müssen.

5. Am wichtigsten: Legen Sie den Fokus vorwiegend auf Ihre Stärken

Bevor Sie sich überhaupt Gedanken machen, an Ihren Schwächen zu arbeiten, empfiehlt es sich zu überlegen, was denn wirklich eine Schwäche ist. Wenn Sie eine sehr bestimmende Person sind, werden Sie es in einem diskussionsfreudigen Team schwer haben. Oder Sie merken, dass Sie besser mit Menschen, als mit Maschinen arbeiten können. Dann hätten Sie ein nachvollziehbares Motiv , warum Sie eine berufliche Neuorientierung anstreben. Nun ist es wenig ratsam, nur an den eigenen Unzulänglichkeiten zu arbeiten und Ihre Stärken aus den Augen zu verlieren. Setzen Sie sich vorwiegend mit Ihren Stärken auseinander. Gewinnen Sie mehr Selbstbewusstsein, indem Sie sich Ihre 5 – 8 positiven Eigenschaften ermitteln, die für den angestrebten Job relevant sind. Denn nur so können Sie das Interview auf den Nutzen lenken, den Sie stiften würden. Mängel sollten nicht dauerpräsent sein. Betrachten Sie Schwächen nicht als Probleme, sondern als Herausforderungen. Es macht Sie menschlich und sogar sympathisch, wenn Sie Ihren weniger akzeptierten Besonderheiten stehen und dazu noch lernfähig und veränderungsbereit sind.

Machen Sie doch, was SIE wollen!

Gerne können wir mit Ihnen herausfinden, mit welchen Stärken Sie glänzen können und an welchen Schwächen Sie arbeiten sollten.

Buchen Sie dazu einen unserer  Workshops oder ein Coaching.

Viele Grüße und bis bald

Ihr Dieter Krautwald

Herbwood & Friends

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